Transformational Leadership: Definition und Beispiele

Michael (VP Finance & Legal) in the leadership meeting

Laut einer Studie der Harvard Business School können Mitarbeitermotivation und -engagement den Unternehmenserfolg – gemessen in Wachstum und Rendite – mehr als verdreifachen. Loyalität, Lern- und Leistungsbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein, Teamgeist, unternehmerisches Denken und Disziplin sind der Schlüssel dazu. Doch diese Qualitäten kommen erst durch starke Führungspersönlichkeiten zum Vorschein. Wie der FedEx-Chef Frederick Smith einen riesigen Erfolg mithilfe von Transformational Leadership erfahren durfte und wieso dieser Führungsstil immer beliebter wird, erfahren Sie in diesem Artikel.

Key Facts

  • Eine Veränderung des Führungskräfteverhaltens bewirkt eine Veränderung des Mitarbeiterverhaltens.

  • Eigenschaften und Merkmale von Transformational Leaders sind Inspiration, Identification (Vorbild), Stimulation (Eigeninitiative), Fairness, Enabling (Befähigung) und Innovation.

Viele Unternehmen wenden eine Mischung aus Transactional undTransformational Leadership an.

Definition Transformational Leadership

Transformational Leadership ist eine Art der Mitarbeiterführung, die sich durch eine ausgeprägte Vorbildfunktion und Inspiration auszeichnet. Wie es der Name schon vermuten lässt, soll dieser Führungsstil das Verhalten der Mitarbeitenden beeinflussen. Damit sich jedoch das Verhalten der Mitarbeitenden anpassen lässt, muss sich zuerst das Verhalten der Führungskräfte verändern.

Was zeichnet einen Transformational Leader aus? 

Ursprünglich stammt Transformational Leadership aus den USA. Alles begann bereits im Jahr 1994 mit Bernard Bass und Bruce Avolio. Der Führungsstil konnte allerdings nicht 1:1 in die deutsche Firmenkultur übernommen werden, was wiederum zu Anpassungen führte. 

Laut der Theorie von Bass werden Mitarbeitende durch Merkmale wie Respekt und Wertschätzung intrinsisch motiviert. Er beschreibt dies näher in seinem Buch „The Handbook of Leadership“.

Sie möchten neues Potenzial in Ihrem Team freisetzen?

Bewerberüberblick

Mit Personio führen Sie regelmäßige Performance-Gespräche, die das Beste aus Ihren Mitarbeitenden herausholen. Motivation, Spaß und Produktivität – vereint in einer einzigen HR-Software.

Welche Eigenschaften haben Transformational Leaders und wie wirken sie sich auf Mitarbeitende aus?

Transformational Leaders heben sich von anderen Führungspersönlichkeiten ab. Sie holen durch eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit wirtschaftliche Vorteile für ihr Unternehmen heraus. Denn glückliche Mitarbeitende sind einfach produktiver.

Transformational Leaders …

  • sind Vorbilder: Sie gehen mit gutem Beispiel voran und beeinflussen mit der Transformation ihres eigenen Verhaltens auch das ihrer Mitarbeitenden.

  • halten  ihr Wort: Auf sie ist Verlass, denn die gemeinsamen Ziele stehen für sie über den persönlichen Vorteilen.

  • schaffen neue Anreize: Der wirksamste Anreiz für Mitarbeitende ist die Vorbildfunktion der Führungskraft. Sie beeinflusst das Verhalten positiv. Traditionelle Anreize wie Materielles, Leistungsdruck und Bestrafung kommen nicht infrage.

  • fokussieren sich auf Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit: Laut einer empirischen Studie der Harvard Business School erzielten 1.900 amerikanische und europäische Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit eine 3,4-mal höhere Renditen- und Wachstumsrate als der Durchschnitt.

  • leisten einen großen Beitrag zum Unternehmenserfolg: Zufriedene Mitarbeitende sorgen für zufriedene Kunden.

  • gehen in die Umsetzung: Sie machen Ziele und Ideen messbar.

Eigenschaft

Verhalten von Transformational Leaders

Auswirkung auf Mitarbeitende

Inspiration

motivieren Mitarbeitende mit Herausforderungen

stärken ihre Leistungsbereitschaft

wachsen an überdurchschnittlichen Leistungen

erleben persönliche Erfolgserlebnisse

Identification

sind Vorbilder

bauen Vertrauen auf

erhöhen ihre Loyalität

ändern ihr Verhalten nachhaltig

Stimulation

regen die Eigeninitiative an

verleiten zu selbstständigen und kreativen Lösungswegen

erhöhen die Lernbereitschaft

steigern die Produktivität

sorgen für kontinuierliche Verbesserung

Consideration

fördern die individuellen Stärken

orientieren sich an Zielen und Ergebnissen

erhöhen die Leistung

Fairness

kommunizieren auf Augenhöhe (fair)

verbessern die zwischenmenschlichen Beziehungen

wecken Teamgeist

verbessern konstruktive Teamarbeit

minimieren Gerüchte

Enabling

entwickeln Kompetenzen

stärken Selbstdisziplin

Innovation

handeln unternehmerisch

übergeben Verantwortung

ergreifen neue Chancen

gehen respektvoll mit Ressourcen um

Demografische Merkmale eines transformationalen Leaders

Prof. Dr. Waldemar Pelz (Professor für Betriebswirtschaftslehre am Institut für Management-InnovationinBad Soden am Taunus) untersuchte die transformationale Führung. 34 Geschäftsführende mittelständischer Weltmarktführer wurden persönlich interviewt. 153 Führungskräfte wurden schriftlich befragt. Es ließen sich folgende demografischen Merkmale von transformationalen Führungskräften ableiten:

Häufig sind sie

  • älter als 44 Jahre,

  • weiblich

und haben

  • eine kaufmännische Ausbildung absolviert,

  • Berufserfahrung in Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitenden

  • und jahrelange Praxiserfahrung als disziplinarische Führungskraft.

Was sind die Vor- und Nachteile von Transformational Leadership? 

Transformational Leadership bringt einige Vorteile mit sich. Die Nachteile sollten Sie dennoch nicht unterschätzen. Das sind die Vor- und Nachteile im Detail:

Erfolgreiche Transformational Leaders wie FedEx schwärmen von diesen Vorteilen: 

  • Führungskräfte können das Leben ihrer Mitarbeitenden und Kund:innen positiv verändern.

  • Mitarbeitende und Führungskräfte können produktiver und glücklicher sein.

  • Führungskräfte können mehr Energie (weniger Stress) haben.

  • Mitarbeitende können motivierter, verantwortungsbewusster und kreativer sein.

  • Die Leistung der Mitarbeitenden ist nicht abhängig von der Gegenleistung (Entlohnung).

Kritiker warnen vor diesen Nachteilen:

  • Die Definition lässt Spielraum für Interpretation. Werte sollten einfach, klar, nachvollziehbar, glaubwürdig und überzeugend sein.

  • Erfolgsrelevante Kompetenzen könnten vernachlässigt werden.

  • Aspekte wie Charisma und Vision werden stark betont. Führungskräfte müssen dazu die Werte des Unternehmens verkörpern und vorleben.

  • Aufgrund von Unklarheiten ist in der Praxis meist eine Mischung aus transaktionaler und transformationaler Führung notwendig.

Kostenloser Leitfaden: Mitarbeitergespräche führen

Leitfaden: Mitarbeitergespräche und Performance Gespräche führen

Egal, wie Führungskräfte führen: Bei Mitarbeitergesprächen sind Sorgfalt, Vorbereitung und Fairness essentiell für ein erfolgreiches Gespräch. Dieser Leitfaden führt Sie durch die wichtigsten Schritte. 

Beispiel für Transformational Leadership

Der Marketingleiter einer SEO-Agentur fördert eine unternehmerische Haltung innerhalb seines Teams. Daher wird nicht nur die Führungsebene zum Denken angeregt. Alle Mitarbeitenden des Teams wägen Chancen und Risiken ab. Bei jeder Entscheidung stehen sich Aufwand und Ertrag gegenüber. Abteilungsleiter:innen, Projektmanager:innen, Content-Marketer:innen, SEOs und Azubis sind mit der Unternehmensstrategie vertraut und gehen verantwortungsvoll mit den Ressourcen des Unternehmens um. 

Worin unterscheiden sich Transactional und Transformational Leadership? 

Sowohl transaktionale als auch transformationale Führung kann zum Erfolg führen. Beide Führungsstile können sich sogar wunderbar ergänzen. 

Das sind die Unterschiede:

Transformational Leadership

Transactional Leadership

Vorgaben

Keine festen Regeln, Strukturen und Ziele

Klare Regeln, Strukturen und Ziele

Prozessgestaltung

Individuelle Prozesse

Standardisierte Prozesse

Motivation

Die Beziehung zwischen der charismatischen Führungskraft und den intrinsisch motivierten Mitarbeitenden steht im Vordergrund.

Mitarbeitende machen, was sie für richtig halten.

Mitarbeitende wollen ein bestimmtes Ziel erreichen.

Intrinsische Anreize (z. B. Zufriedenheit, Neugierde)

Die hierarchische Beziehung zwischen Führungskraft und extrinsisch motivierten Mitarbeitenden steht im Vordergrund.

Mitarbeitende machen, was Führungskräfte erwarten.

Input-Output-Beziehung: Mitarbeitende stellen Arbeitskraft und Zeit zur Verfügung. Dafür werden sie entlohnt.

Extrinsische Entlohnung (z. B. Geld und Aufstiegsmöglichkeiten)

Fazit

Transformational Leadership bringt einige Vorteile mit sich – sowohl für Führungskräfte, Mitarbeitende als auch Unternehmen. Ob dieser Führungsstil umsetzbar ist, hängt in erster Linie von der Führungskompetenz ab. In der Praxis wird Transformational Leadership meist mit Transactional Leadership kombiniert.

FAQ Transformational Leadership

Was ist Transformational Leadership? 

Bei Transformational Leadership soll das Verhalten der Führungskraft das Verhalten der Mitarbeitenden beeinflussen. Führungskräfte nehmen eine Vorbildfunktion ein.

Was ist der Unterschied zwischen transaktionaler und transformationaler Führung? 

In der transaktionalen Führung gibt es klare Vorgaben und einheitliche Prozesse. Bei Transformational Leadership stehen intrinsische Anreize im Mittelpunkt. Bei Transactional Leadership hingegen werden Mitarbeitende durch extrinsische Entlohnung motiviert.

Wann ist transformationale Führung sinnvoll? 

Transformationale Führung ist sinnvoll, wenn Mitarbeitende eigenständig und kreativ arbeiten sollen. In der Praxis entpuppt sich meist eine Mischung aus transaktionaler und transformationaler Führungsstrategie als die beste Lösung.

Welche Leadership-Modelle gibt es?

Bekannte Leadership-Modelle sind der autoritäre, kooperative, affiliative, demokratische, transformationale, transaktionale Führungsstil sowie Laissez-faire.

Disclaimer

Führungskräfte gezielt entwickeln

Performance Management Leitfaden